Zeitungsberichte

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Wie Integration gelingt

Dasein und Helfen: Die Mitglieder des Helferkreises kümmern sich um Flüchtlinge. Im Falle des syrischen Friseur-Azubis Mohamad Moreita feiert er eine besondere Erfolgsgeschichte

Tina Thum (links) freut sich sehr, Mohamad Moreita einen Ausbildungsplatz bieten zu können. Auch seine Sprachpatin Malgorzata Martin freut sich über die gelungene Integration. | Bild: Susanne Schön

Tina Thum ist beeindruckt vom Talent ihres Auszubildenden: „Er lebt den Friseurberuf“, sagt sie über Mohamad Moreita. Der 31-jährige stammt aus Syrien: Vor etwas mehr als einem Jahr ist er geflüchtet. Bereits in seiner alten Heimat sei er Friseur gewesen, erklärt Moreita. Anders als hier in Deutschland werden dort Männer und Frauen getrennt frisiert. Das ist das einzige, was ihn in Deutschland etwas bei der Arbeit irritiert. Thum wollte ihn für ihren Salon gewinnen, obwohl ihre Ausbildungsplätze eigentlich schon besetzt waren und ein Ausbildungsplatz sowie das vorherige Praktikum viel Bürokratie verursachten.
„Fachkräfte zu finden ist in unserem Beruf sehr schwer“, bedauert Thum. So habe sie in einem Gespräch mit Christiane Schöller vom Helferkreis Stockach ihren Gedanken freien Lauf gelassen, auch im Ausland nach Mitarbeitern zu suchen. Christiane Schöller dagegen zeigte sich von der fachlichen Qualität und Vielfalt vieler Flüchtlinge beeindruckt. Auf die Frage, ob darunter denn auch ein Friseur sei, konnte sie zur Freude von Tina Thum spontan ja sagen. So entstand die Idee, dem 31-jährigen Mohamad Moreita eine Stelle zu geben.
Malgorzata Martin war und ist seine Stockacher Sprachpatin. Die Eigeltingerin kämpfte mit ihm und der Unternehmerin um die Realisation dieser Idee. Seit 18 Monaten sei er in Deutschland, aber erst seit kurzem habe er einen Aufenthaltstitel, so der Syrer. Doch eben einen solchen braucht er, um zu arbeiten und eine Wohnung zu mieten. Durch viele Anträge musste er sich arbeiten, meist ohne Dolmetscher. „Die Anträge sind schwer formuliert, sie sind selbst für Deutsche schwer zu verstehen“, kritisiert die Sprachpatin. „Ich habe fünf Stunden lang telefoniert, um die Meldung für die Ausbildung an die richtige Stelle zu senden“, erinnert sich Tina Thum. Das Praktikum sei über das Jobcenter abgewickelt worden, doch mit Ausbildungsbeginn sei das Arbeitsamt zuständig. Damit habe die Datensammlung der Behörden leider wieder von vorne begonnen.
„Ich habe einen tollen Mitarbeiter, der genau in diesen Beruf gehört“, ist die Friseurmeisterin sicher. „Er kann jetzt schon ganz andere Arbeiten leisten als andere Lehrlinge.“ Deshalb kämpft sie darum, eine Lehrzeitverkürzung hinzubekommen. Das einzige eventuelle Problem sieht sie in der sprachlichen Barriere. „Ich versuche von unseren Lieferanten, Produkte mit arabischer Beschriftung zu bekommen.“ Sie steht zudem in engem Kontakt mit Schule und Handwerkskammer. Für die Fächer Deutsch und Wirtschaftskunde etwa gebe es Hilfen an den Berufsschulen.
Auch die Kundinnen mögen den Azubi. Die anfängliche Verunsicherung, ob er sie denn verstehe, sei schnell ausgeräumt worden. „Dialekt und Sprechgeschwindigkeit sind manchmal schwierig“, gibt Mohamad Moreita zu. Das meiste aber versteht er, und überdies besucht er fleißig Sprachkurse., Denn er sieht seine Zukunft in Deutschland. „Ich habe eine Arbeit und eine Wohnung – das Leben ist jetzt viel besser als vor einem Jahr!“ Auf die Frage, ob er Familie und Freunde aus der Heimat vermisse, antwortet er: „Familie Martin ist zu meiner Familie geworden und ich habe schon neue Freunde gefunden.“ Malgorzata Martin bestätigt das. Nicht nur sie ist stolz auf das Engagement mit dem Mohamad Moreita Deutsch lernt und sich in seinem Umfeld einbringt.
Referenz: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/eigeltingen/Wie-Integration-gelingt;art372436,8100057


Junger Syrer beeindruckt seine Zuhörer

In Syrien war er Englischlehrer, doch dann musste er flüchten: Bei einem Infoabend im Pfarrhaus erzählt Khaled Al Helal, was er in Syrien erlebte, warum er flüchtete und wie sein neues Leben aussieht.


Diana Bach (links) dankte Khaled Al Helal für seine Worte im Pfarrhaus. Der Abend war auch dank Malgorzata Martin vom Helferkreis Stockach möglich geworden. | Bild: Susanne Schön

Wie groß das Interesse am Thema „Flucht aus Syrien“ ist, überraschte die Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft Honstetten-Reute-Eckartsbrunn. Bei der Veranstaltung zu diesem Thema im Pfarrhaus konnte die Vorsitzende Diana Bach über 50 Zuhörer begrüßen. Sie übergab das Wort an den Syrer Khaled Al Helal. Dieser zeigte Bilder seiner Heimat. Dabei kam sehr deutlich hervor, wie sehr er noch mit Syrien verbunden ist und wie schwer ihm die Flucht fiel. Die Vorher-Nachher-Bilder von einst idyllischen Orten und Städten voller Menschen beeindruckten die Besucher sehr, dazu kamen noch die Bilder des Krieges von Verletzten und Toten.
Es sei die Not, die die Syrer aus ihrem Land treibe. Durch den Krieg werde alles zerstört. Es gebe keine Arbeit mehr, die Infrastruktur komme zum Erliegen. Natürlich sei es ihm schwer gefallen seine Heimat zu verlassen, doch gebe es dort nur die Wahl, zu kämpfen oder von der Armee angegriffen zu werden. Von seinen zwei Schwestern lebe eine in Deutschland und eine habe in den Libanon flüchten können. Zwei Brüder lebten in Damaskus und zwei in Südsyrien bei den Eltern. Kontakt zu halten sei schwer, denn die Verbindung nach Syrien werde stetig schlechter. Auf die Frage, warum die Syrer nach Europa flüchten, hatte er eine ganz einfache Antwort: „Europa hilft.“ In den reichen, arabischen Nachbarstaaten seien die Flüchtlinge auf sich selbst gestellt und nicht willkommen. Trotzdem leben viele Syrer nun auch im Libanon, in Ägypten, Jordanien, Algerien, der Türkei und auch im Iran. „Wollen sich Syrer dem Asylland anpassen?“, lautete eine Frage.
Viele Syrer, die es hierher schafften, hätten einen Hochschulabschluss, so Khaled al Helal. Das größte Hindernis für Integration sei die Sprache. Er selbst war Englischlehrer und arbeitete im Libanon in einem Reisebüro, um Geld für die Flucht nach Europa zu erarbeiten. Er dürfte und will arbeiten, doch die Suche nach einer Arbeitsstelle oder einem Praktikumsplatz gestalte sich schwer. Nach der Flucht und den verschiedenen Stationen in Deutschland genießt er seine Wohnung in Salem. Doch sei er dort vom öffentlichen Nahverkehr abhängig.
Nach einem Jahr in Deutschland habe er sich schon an manches gewöhnt, doch deutsches Gemüse finde er immer noch ungewöhnlich. Am Anfang sei alles neu gewesen, doch schon nach einem Vierteljahr habe er sich wie zuhause gefühlt. Dazu trage bei, dass in Deutschland verschiedene Religionen erlaubt seien und hier Menschen unterschiedlichster Nationalitäten gemeinsam lebten.

Referenz: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/eigeltingen/Junger-Syrer-beeindruckt-seine-Zuhoerer;art372436,8216393


Über Wochen begleitet die Kunsttherapeutin Malgorzata Martin (2.v.l.) am Krebszentrum in Singen die Patienten. Zur Entspannung können die Schwererkrankten ihre Gefühle mit Farben Ausdruck verleihen. Manchmal sind es auch die Kinder der Patienten, sodass diese bei der künstlerischen Betätigung für kurze Zeit die Erkrankung ihrer Eltern vergessen. Jährlich werden 1.000 Neuerkrankte am Krebszentrum aufgenommen.
Auf Anregung der Koordinatorin des Krebszentrums, Silke Asal, spendeten nun Bücheler und Martin 6.500 Euro für die Kunsttherapie.
Dies sei ein »Dankeschön« eines erfolgreichen Singener Unternehmens an die Region, erklärten die Geschäftsführer Egon Martin (rechts) und Ulrich Bücheler unisono. Beide luden die Öffentlichkeit zu einer großen Feier am 16. und 17. Juni anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2017 ein. swb-Bild: aj

Referenz: https://www.wochenblatt.net/fileadmin/Archiv/2018/SIK/2018_10_SIK.pdf


Zu neuem Leben erweckt … Malgorzata Martin, Coach/Trainer

 

Ein Erfahrungsbericht über die Arbeit mit Kriegsflüchtlingen.

Als ich im letzten Herbst nach einem Praktikumsplatz suchte, bin ich auf die Flüchtlingsunterkunft „Linde“ aufmerksam geworden. Im Dezember habe ich dort mit den Flüchtlingen und einigen ehrenamtlichen Frauen Weinachtsplätzchen gebacken. Damals wusste ich noch nicht, dass ich eine Begegnung mit wunderbaren Menschen machen werde. Ich habe dort Kinder, Frauen, Männer verschiedenster Herkunft und Alter kennengelernt. Alle konnten nur wenig Deutsch und ich wenig Englisch, und trotz der Sprachbarriere konnten wir uns vom ersten Moment an gut verstehen. Das Lächeln und die Körpersprache haben uns geholfen, sich auf einer anderen Ebene zu verständigen und das Vertrauen zueinander konnte wachsen. Aus der Begegnung mit den vielen Menschen, die ich kennengelernt habe, möchte ich einen für mich besonderen jungen Mann, der gerade 30 Jahre alt geworden ist, beschreiben. Sein Name ist Mohamad.

Im Kampf mit posttraumatischem Stress

Mohamad kommt aus Syrien und wohnt seit 8 Monaten in der Flüchtlingsunterkunft. Ich habe ihn beim ersten Bastelnachmittag nicht bemerkt, da sein Freund Ziad mit seinem extrovertierten Lächeln und Humor die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Die beiden aus Syrien stammenden Freunde haben sich in Deutschland kennengelernt. Mit der Zeit bin ich für sie wie eine Schwester, Freundin und Therapeutin geworden. Wir haben in kurzer Zeit viel miteinander erlebt. Eines Tages bekam ich einen Anruf aus der Klinik: „Bitte kannst du kommen, Mohamad geht es nicht gut – er braucht dich!“ Ich höre heute noch die Stimme von Ziad und wie wichtig es für ihn war und wie viel Angst er um seinen Freund in dem Moment hatte. Ich bin sofort in die Klinik gefahren. Mit rasendem Herzschlag, voller Ungewissheit. Mohamad lag im Krankenzimmer ohne einen Hauch von Leben. Um ihn standen seine Freunde, die ihn begleitet hatten und warteten auf mich. Dieser Moment ist unbeschreiblich. Ich war gerührt, wie sie sich um Mohamad kümmerten. „Ich bin da“ sagte ich und konnte das Lächeln erkennen mit dem Mohamad mir antwortete. Mohamad blieb noch zwei Tage in der Klinik, bis alle Untersuchungen abgeschlossen waren. Er fühlte sich zerstört und desorientiert. „Was habe ich, was sagen die Ärzte?“, wollte er wissen und rauchte dabei. Ich ertrank in den Rauchwolken. „Du hast viel Stress in letzter Zeit und du rauchst zu viel“, war meine Antwort. Durch das lange Warten auf Asyl hatte er die Zuversicht verloren, er war ohne Hoffnung. „Sie wollen mich nicht in Deutschland. Ich bekomme keinen Pass! Warum antworten die Behörden nicht?“ Viele Fragen, die ich ihm nicht beantworten konnte. Nach dem Aufenthalt in der Klinik hat sich Mohamad stabilisiert und ist aktiver in den Deutschkursen geworden, die in der Unterkunft ehrenamtlich angeboten wurden. Vor der Osterzeit habe ich einen kreativen Nachmittag organisiert und ich konnte beobachten, wie sich Mohamad weiter integrierte. Er zeigte großes Interesse an gestalterischen Aufgaben und hat ein gutes Gespür für Farben. Ihm war es sehr wichtig dabei zu sein. Doch der Rückschlag hat nicht lange auf sich warten lassen. Bald bekam ich einen Anruf in der Nacht von Ziad: „Mohamad geht nicht gut, kannst du kommen.“ Ich bin gefahren wie ein Rettungswagen in dieser Nacht. Mohamad lag in seinem Zimmer und Ziad war völlig aufgeregt und hilflos: „Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Mohamad lag fast bewusstlos da, wie in einer Ohnmacht. Sein Herz schlug sehr schnell. „Mohamad hörst du mich?“ habe ich gefragt, aber ich bekam keine Antwort. Seine Augen waren geschlossen, die Hände verkrampft. Ein Anfall. Wir konnten nur warten, bis er zu sich kam. Die Anfälle wurden häufiger, immer wieder ein Zusammenbruch, ob bei einem Ausflug, im Deutschunterricht oder während einer Autofahrt. Als Ansprechpartnerin habe ich alle Unterlagen über seinen Zustand erhalten, sozusagen eine Vollmacht. Das hat die Arbeit mit den Ärzten und Rettungsdiensten erleichtert. Nacht und Tag voll im Einsatz. Viele Stunden, die uns noch mehr zusammen gerückt haben. Mohamad öffnete sich immer mehr und begann über sich zu erzählen. So konnte ich über sein Schicksal und seine Kindheit mehr erfahren.

Schicksalsschläge

Mit zehn Jahren erleidet Mohamad sein erstes Trauma. Er überlebte, wie durch ein Wunder als Einziger unverletzt ein schlimmes Busunglück. Drei Jahre lang kann er den Unfall und den Duft des Busfahrers nicht vergessen. Als Mohamad zwanzig ist, stirbt sein geliebter Vater plötzlich. Von diesem Schock und Verlust eines geliebten Menschen hat sich Mohamad bis heute nicht erholt. Das Schicksal forderte noch mehr. Mohamad durfte seine Freundin nicht heiraten, mit der er seit vier Jahren zusammen war. Die Heirat war durch die Klassenunterschiede der Familien unmöglich. Wäre er weiter mit seiner Freundin zusammengeblieben, hätten die Brüder sich seiner angenommen. Mohamads Freundin heiratete also einen anderen Mann. Er als Friseurmeister machte ihr die Haare zu ihrer Hochzeit!

Auf der Flucht vor dem Krieg

Der Bürgerkrieg, der in Syrien 2011 begann und zum bewaffneten Konflikt eskalierte, hat mittlerweile 160.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Syrer flohen aus ihrem Land und 9 Millionen Menschen befinden sich innerhalb Syriens auf der Flucht. Auch Mohamad ist geflohen. In einem Dieseltank eines Lasters versteckt. Viele Stunden ist er in der Dunkelheit, tropischer Hitze, ohne Luft, Essen, Trinken oder Toilette bis zur nächsten Grenze gefahren. In Griechenland wurde er als Flüchtling verhaftet und wie ein Verbrecher mit Handschellen in ein dunkles Gefängnis abgeführt. Dort verbrachte er sechs Monate ohne Licht und Würde. Das Essen wurde mit dem Fuß vom Wärter in die Zelle geschoben. Dank seiner Verwandten in Deutschland und dem Einsatz des Konsulats gelang es, dass Mohamad weiterziehen konnte. Zuerst nach Italien und dann ins lang ersehnte Deutschland. Nach mehr als einem Jahr, seit seiner Flucht aus Syrien, kam Mohamad in der Gemeinschaftsunterkunft „Linde“ zur Ruhe. Ein Ort, der Sicherheit und Freiheit bedeutete, erweckte zunächst große Hoffnung! Aber acht Monate ohne Arbeit und täglicher Struktur, acht Monate des Wartens auf eine Nachricht aus Karlsruhe, ließen Mohamads Depression beginnen. Jede Nacht hatte er schreckliche Träume von seiner Heimat Syrien und Ängste vor den Kriegsszenen dort. Tagsüber dann neue Nachrichten von seiner Familie, die noch in Damaskus leben müssen.

Wie sich Vertrauen und Hoffnung entwickelt

Für Mohamad war es wichtig, zu einem Menschen Vertrauen zu haben und wieder Sicherheit zu erleben. Jemanden, mit dem er seine Sorgen und Kummer teilen kann. Sein Zimmernachbar Ziad war für das erste halbe Jahr diese Vertrauensperson. Nicht verwunderlich, dass für Mohamad eine Welt zusammenbrach, als Ziad seinen Pass bekam und nach Berlin zu Verwandten umzog. Natürlich freute er sich auch für ihn, aber ab jetzt musste er das Warten allein aushalten.
Gemeinsam haben wir viel erlebt und er wurde langsam auch Teil meiner Familie. So durften sie für uns syrische Gerichte kochen und mit meiner Familie speisen. Mohamad hatte auch das Bedürfnis endlich wieder Haare zu schneiden. Ich habe ihm voll vertraut und meine langen Haare zum Stylen überlassen. Danach habe ich einen glücklichen Menschen gesehen, der seit zwei Jahren keine Haare schneiden und stylen durfte. Wir beide waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir erkundeten den Bodensee, seine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und gestalteten den Alltag nach seinen Vorlieben. „Ich möchte in die Kirche gehen, um zu beten“, war einer seiner Wünsche. Die Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee würde ihm sicher gefallen. Ich hatte Tränen in den Augen und war glücklich, dass er als Moslem mit meiner Familie einen katholischen Gottesdienst gefeiert hat. Wir waren alle beeindruckt und der Tag bleibt für uns alle unvergesslich. Mohamads Wunsch eine Therapie zu beginnen, war für uns eine echte Herausforderung. Es gibt verschiedene Therapieplätze, wo Flüchtlinge ihre Erlebnisse und Traumata verarbeiten können. Allerdings sind Wartezeiten von fünf bis sechs Monate keine Ausnahme. Für Mohamad wäre es unerträglich gewesen weiterhin zu warten. Dazu kommt die Einschränkung Baden-Württemberg nicht ohne Genehmigung zu verlassen, was weitere Wartezeiten bedeutete. Wir fanden dann einen Heilpraktiker für Homöopathie, der bereit war, uns entgegen zu kommen. Für Mohamad war dieses Gespräch die beste Therapie. Er sagte: „Bei so einem guten Arzt war ich noch nie. Er hat mich verstanden, ich bin glücklich.“ Die Homöopathie hat uns beiden geholfen. Mohamad kann wieder ohne Alpträume die ganze Nacht durchschlafen und hat mehr Energie für den Tag. In den letzten drei Monaten konnte ich beobachten, wie sein Zustand, sowie auch seine Deutschkenntnisse sich von Tag zu Tag verbesserten. Wir können uns schon gut verstehen und viel mehr miteinander Lachen. Ich wurde gefragt, was mich bewegt mit den Flüchtlingen zu arbeiten. Ich bin immer wieder beeindruckt, wieviel Kraft und Mut Mohamad jeden Tag aufbringt. Selbst wenn es schwer ist, aufzustehen und von Neuem anzufangen. Für mich ist Mohamad ein ganz großes Vorbild geworden, nicht aufzugeben wenn es schwierig wird. Sein Mut und Wille ist beispielhaft. Mohamad ist zu neuem Leben erweckt…