meine Geschichte

meine Geschichte

Liebe Leserin, lieber Leser!
Sie haben sich gefragt, wer ich bin? Gerne möchte ich Ihnen aus meinem Leben erzählen!
Ich kam noch vor meinem 19. Geburtstag am 12.08.1994 von Polen aus der Danziger Gegend nach Heidelberg- ohne Deutschkenntnisse. Ich durfte in einer Gaststätte arbeiten, wodurch ich im Umgang mit den Menschen nach und nach Deutsch lernte. Mein Alltag bestand aus spülen, kochen, Reinigung usw. Mit der Zeit habe ich meine neue Arbeit verstanden und hatte erste Erfolgserlebnisse. Da Polen damals nicht in der EU war, konnte ich nicht länger als drei Monate bleiben. Was mir gefallen hat, war der Umgang mit den Gästen. Ich erinnere mich noch an die ersten Worte: „Wie geht´s dir?“. Die Worte habe ich nicht verstanden, aber das Lächeln im Gesicht des Mannes schon.
Die Zeit in Deutschland hat mich geprägt und stärker gemacht- aber ohne die liebevollen Menschen um mich herum wäre ich verloren gewesen. In Polen hat mein Vater seine Vision gelebt. Er hatte zunächst ein Geschäft für Autoteile und später einen Lebensmittelladen. In den kommunistischen Zeiten war es sehr schwer, solche Visionen zu leben, doch mein Vater hat es geschafft. Ich konnte diesen wunderschönen Laden von meinem Fenster aus sehen.
Mein Vater und die ganze Familie waren stolz, so viel erreicht zu haben. Für meinen Vater war es eine große Herausforderung, eine Familie mit vier Kindern zu ernähren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in der Schlange stand und Einkaufsmarken für Zucker, Butter, Brot, Fleisch und Wurst in der Hand hielt. Als Kind dachte ich immer, die vielen Menschen vor und hinter mir würden mich erdrücken. Grundsätzlich gab es wenig Lebensmittel zu kaufen, die Regale waren immer leer. Die Vision meines Vaters war es, das zu ändern.
Er hat es geschafft und ich durfte den Bau unseres Lebensmittelladens miterleben. Ich trage bis heute eine Narbe am Ellenbogen, die mich an diesen Bau erinnert. Der Kommunismus hat unsere Vision gehemmt: Es war nicht erlaubt, mehr zu haben als die anderen. Lange Zeit durfte mein Vater sich nicht an dem freuen, was er mit ganzer Kraft aufgebaut hatte. Die Menschen waren sehr eifersüchtig und die Behörden fanden immer wieder neue Möglichkeiten, meinem Vater Stolpersteine in den Weg zu legen. Als Kind hatte ich das alles nicht bemerkt, doch in der Schule habe ich immer Abgrenzung gespürt. Ich hatte eine sehr schöne sorgenlose Kindheit umgeben von Natur und Tieren. Beides liebe ich bis heute. Mein Vater hat sehr viel bewegt mit seiner Vision. Langsam haben sich auch andere Menschen getraut, seine Idee umzusetzen. Egal, wohin ich mit meinem Vater gefahren bin, er war geliebt und geschätzt. Eines Tages sagte mein Vater zu mir: „Du wirst unser Geschäft weiterführen.“ Also habe ich eine Ausbildung als Verkäuferin angefangen, die drei Jahre dauerte. In dieser Zeit hat Polen viele politische Umbrüche erlebt, die auch uns betroffen haben. Mein Vater ist sehr krank geworden und konnte das Geschäft nicht mehr halten. Wir Geschwister waren noch zu jung, um es zu übernehmen. Mein Vater ist mit 52 Jahren, nach zehn Jahren voll schrecklicher Schmerzen, an Krebs gestorben.
Ich habe meine Ausbildung abgeschlossen und ein Jahr lang in diesem Beruf gearbeitet. Wie durch Schicksal lernte ich in dieser Zeit die Menschen kennen, die mich nach Deutschland auf eine Bootstour einluden. Bis heute bin ich mit diesen Leuten eng befreundet.
Und so kam ich ohne alles am 12. August 1994 nach Deutschland. Aus einem ursprünglich geplanten Monat sind jetzt 21 Jahre geworden. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt und wusste oft nicht, wie es für mich weitergehen soll. Doch ich wusste immer, dass ich mich auf die Freunde in Heidelberg verlassen kann. Das gab mir Kraft.
In den vergangenen Jahren habe ich mich weiter entwickelt und private Schulen besucht. Dabei musste ich feststellen, dass ich in dieses schulische System nicht hineinpasste. Nach jeder Niederlage habe ich neue Wege gefunden und so konnte ich mich zu dem Menschen entwickeln, der ich heute bin. Mein Weg hat mir gezeigt, wie ich Menschen begleiten kann.
Als Coach ist es mir sehr wichtig, dass es dem Menschen, dem ich begegne, gut geht. Ich habe durch meine Erfahrung viel Einfühlungsvermögen, das mir hilft, Menschen in schwierigen Situationen zu verstehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ihnen geht.
Jeder Mensch, der mir bisher auf meinem Weg begegnet ist, hat mich verändert und mir neue Wege gezeigt. So habe ich zum Beispiel eine Ausbildung gewählt, die noch kreativer ist und tiefer geht als das Coaching an sich: Die Kunsttherapie. Durch diese Ausbildung konnte ich den Flüchtlingen begegnen. Sie malten auf ihre Art ihre Eindrücke. So konnten wir uns verständigen und verstehen. Nun gehe ich meinen Weg weiter und wage mich als Heilpraktikerin für Psychotherapie tiefer in die Psychologie. Ich habe erfahren, dass sich ein Mensch sehr gut entwickeln kann, wenn er von seinen traumatischen Erlebnissen befreit ist.
Das sind die Stationen, die ich auf meinem Weg abschreite und ich weiß, dass es der richtige Weg ist. Meine Vision ist es, mich von der breiten Masse zu unterscheiden, mich auf meine Art auszudrücken, in Kontakt mit anderen Menschen zu treten und mich für sie einzusetzen.